Umgangsrecht – Wie oft darf ich mein Kind sehen?

 

Umgangsrecht, elterliche Sorge und Aufenthaltsbestimmung, wenn Kinder von der Trennung der Eltern betroffen sind, sind eine Vielzahl von Dingen zu regeln. Eine frühzeitige rechtliche Beratung ist hier besonders wichtig, um eine gütliche Einigung zum Wohle der Kinder herbeizuführen.

 

Inhalt des Umgangsrechts

Das Umgangsrecht gibt dem nicht mit dem Kind zusammenlebenden Elternteil die Möglichkeit, sich von dem körperlichen und geistigen Wohl seines Kindes und seiner Entwicklung durch Augenschein und gegenseitige Aussprache fortlaufend zu überzeugen. Er kann so die verwandtschaftlichen Beziehungen mit dem Kind aufrechterhalten und einer Entfremdung vorbeugen. Das Umgangsrecht soll auch das Bedürfnis nach Liebe auf beiden Seiten (Vater oder Mutter und Kind) erfüllen.

Das Umgangsrecht beinhaltet kein Erziehungsrecht. Das Erziehungsrecht ist als Teil der Personensorge dem sorgeberechtigten Elternteil vorbehalten.

 

Gestaltung und Ausübung des Umgangrechts

Zunächst sollten die Eltern versuchen, sich über die Gestaltung des Umgangsrechts zu einigen. Nur wenn keine Einigung möglich ist, soll das Gericht angerufen werden. Um zu vermeiden, dass hier ein Dritter über den Umgang mit Ihrem Kind entscheidet, sollten Sie dringend eine gütliche Einigung in Erwägung ziehen. Denken Sie auch hier stets an das Wohl des Kindes!

 

Loyalitätspflicht

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die getrennten oder geschiedenen Eltern sich einvernehmlich über das Umgangs- und Besuchsrecht einigen. Bei der Ausgestaltung des Besuchsrecht sollte unbedingt eine großzügige Regelung getroffen werden - denn dies entspricht am ehesten dem Kindeswohl. Es geht hier um das Kind - auf dessen Rücken keinesfalls der Groll des einen Elternteils gegen den anderen Elternteil - durch Erschwerung und Kurzhalten des Umgangs - ausgetragen werden darf. § 1684 Abs. 2 BGB verpflichtet im Gegenteil beide Elternteile zur Loyalität, dazu, Störungen des Eltern-Kind-Verhältnisses zu unterlassen und die Erziehung nicht zu erschweren.

Der Umgang mit dem anderen Elternteil darf nicht erschwert werden. Auch wenn das Kind den anderen Elternteil nicht sehen will, muss aufgrund der Loyalitätspflicht auf das Kind im positiven Sinn eingewirkt werden. Auch muss die Durchführung des Umgangs durch organisatorische Mittel gefördert werden.

Verstößt das Elternteil, bei dem das Kind wohnt, gegen diese Pflichten, so kann das Familiengericht eingreifen. So ist auch der Entzug des Sorgerechts oder der Unterhaltsberechtigung des Elternteils möglich.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Suche nach einer für beide Seiten akzeptablen Lösung. Dabei steht für uns stets das Kindeswohl im Mittelpunkt unserer Tätigkeit.